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Löwen entführen einen Punkt aus Magdeburg

Der SC Magdeburg hat den Abwärtstrend gestoppt und hat den Rhein-Neckar Löwen mit einem couragierten Auftritt ein 31:31 abgetrotzt (Halbzeit 15:16). Jedoch verhinderte der (offenbar irreguläre) Ausgleichstreffer von Patrick Groetzki in der Schlusssekunde überschäumenden Jubel bei den Grün-Roten, die dennoch von den eigenen Fans viel Applaus erhielten.

 

 

Die Hausherren hatten den besseren Start vor den 5200 Zuschauern in der GETEC-Arena: Der SCM ging mit 1:0 durch Stefan Kneer in Führung, konnte diese auch über 3:1 und 5:3 halten und durfte sich in dieser Phase auf einen starken Gerrie Eijlers (4 Paraden in ersten 20 Minuten) verlassen. Doch dann legten die Löwen aus Mannheim einen 3:0-Lauf hin, gingen mit 5:6 in Führung und blieben das halbe Spiel vorn. Daran hatte Regisseur Andy Schmid mit einer starken Leistung großen Anteil. Dennoch konnten sich die Rhein-Neckar Löwen nicht weiter absetzen als mit maximal zwei Toren. So entwickelte sich über lange Zeit eine spannende und zeitweilig hart umkämpfte Partie.

Nach 20 Minuten wechselte SCM-Trainer Frank Carstens zunächst Geburtstagskind Dario Quenstedt für Gerrie Eijlers ein, brachte danach auch Marco Oneto für Bartosz Jurecki, Tim Hornke für Robert Weber und Marko Bezjak für Michael Haaß. Quenstedt führte sich mit 3 Paraden vor der Halbzeitpause ganz ordentlich ein, doch konnte er in der zweiten Halbzeit kaum noch eine Hand an die Bälle der Badener legen. Immer wieder wusste sich Bjarte Myrhol am Kreis erfolgreich durchzusetzen oder holte einen Strafwurf heraus. Aber auch die Außen Gensheimer und Groetzki zeigten eine ordentliche Leistung.

Erst in der 42. Minute gelang den Grün-Roten der Ausgleich zum 23:23 durch Bartosz Jurecki. Die Partie blieb umkämpft und spannend, so dass es in den letzten 19 Minuten neun Mal Remis stand. Nun kam bei den Löwen Goran Stojanovic für Niklas Landin ins Tor. Doch in der 45. Minute konnte Stefan Kneer zum 25:24 einnetzen – und brachte die Halle zum Kochen. Als die Gäste jedoch erneut ausgleichen konnten, kam bei den Hausherren für die Schlussviertelstunde erneut Eilers zwischen die Pfosten. Kurz darauf fing die SCM-Abwehr einen Angriff der Löwen ab und Fabian van Olphen konnte den schnellen Gegenzug mit seinem Tor zum 26:25 abschließen.

Stefan Kneer konterte den zwischenzeitlichen Löwen-Ausgleich, Gerrie Eijlers konnte wieder einen Wurf parieren während Matthias Musche zum 28:26 in der 52. Minute einnetzen konnte. Die Halle tobte. Und als die Badener erneut in der SCM-Abwehr hängen blieben, nahm Trainer Gudmundur Gudmundsson 8 Minuten vor Schluss eine Auszeit. Nachdem Eilers erneut einen Wurf parieren konnte hatte Jure Natek im Gegenzug die Chance, den Vorsprung der Grün-Roten erstmals auf 3 auszubauen. Doch sein Wurf ging am Tor vorbei.

Etwas überraschend schickten die Schiedsrichter auf der anderen Seite Musche und Gensheimer für 2 Minuten auf die Bank – obwohl es wohl eher ein Stürmerfoul des Nationalspielers war. Nun zeigten die Löwen ihre Abgeklärtheit: in kürzester Zeit glichen sie durch Groetzki und Du Rietz aus (während Andreas Rojewski vorn den Ball verloren hatte). Matze Musche brachte den SCM erneut in Front, doch Gensheimer traf per 7-Meter zum 29:29. Nachdem Bartosz Jurecki an Stojanovic gescheitert war, legte Frank Carstens 140 Sekunden vor Schluss die grüne Karte auf den Kampfrichtertisch. Doch vorn trifft Marko Bezjak nur den Pfosten, während die Badener durch G. Gardiola in der 59. Minute auf 30:29 erhöhen.

In der Halle hält es niemanden mehr auf seinem Platz. Frank Carstens setzt 90 Sekunden vor Abpfiff auf Jure Natek als 7. Feldspieler. Und dieser Trumph sticht: der Rückraumshooter trifft zum Ausgleich, doch der Wechsel mit Torwart Gerrie Eijlers gelingt nicht schnell genug, so dass die Löwen Anwurf haben, bevor das SCM-Tor wieder besetzt ist. Als jedoch G. Gardiola das leere Tor verfehlt, macht sich Erleichterung breit. Und als Bezjak sieben Sekunden vor Schluss den SCM mit 31:30 in Führung bringt, sehen sich Fans und wohl auch manche Spieler der Grün-Roten bereits als Sieger des Spiels. Doch nach schnellem Zuspiel gelingt es dem (irregulär) früh gestarteten Groetzki noch mit der Schlusssirene, den Ball zum 31:31 einzunetzen.

Beste Torschützen beim SC Magdeburg waren Robert Weber (7/4), Stefan Kneer (5) sowie Matthias Musche und Jure Naterk (je 4). Bei den Gästen trafen Andy Schmid (6) sowie Bjarte Myrhol, Uwe Gensheimer und Kim Ekdahl Du Rietz (je 5) am häufigsten.

Thomas Nawrath

 

 

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