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Herber Schlag: SCM verliert gegen Wetzlar 27 zu 28

„Wir haben heute vor allem im mentalen Bereich nicht gegenhalten können“, kommentierte SCM-Coach Frank Carstens das 27 zu 28 (Halbzeit: 14 zu 12) seines Teams gegen die HSG Wetzlar. „Das ist ein herber Schlag für uns“, ergänzte Manger Schmedt.

Erfolgreichste Schützen waren Kent Robin Tönnesen (9 Tore) und Steffen Fäth (7) bei den Gästen sowie Robert Weber (8) und Stefan Kneer (7) bei den Grün-Roten.

Nach zuletzt drei Auswärtsniederlagen verloren die Bundesliga-Handballer des SC Magdeburg auch das Heimspiel vor 5.838 Zuschauern gegen die HSG Wetzlar um den zweimaligen Welthandballer Ivano Balic. Die Hausherren mussten am Sonntagabend auf die Stammkräfte Andreas Rojewski, Marko Bezjak, Yves Grafenhorst sowie die beiden Kreisläufer Bartosz Jurecki und Kjell Landsberg verzichten. Dennoch fand das Team von Trainer Frank Carstens zunächst besser ins Spiel: Michael Haaß, Robert Weber und Stefan Kneer brachten den SCM mit 4:2 in Front. Beim Stand von 5:3 gab es bereits den dritten 7-Meter für die Gäste – diesmal sollte der eingewechselte (aber verletzte) Dario Quenstedt den Wurf von Kevin Schmidt vereiteln. Da dieser ihn – nach Einschätzung der Schiedsrichter absichtlich – am Kopf traf, erhielt Schmidt die Rote Karte und Quenstedt blieb im Spiel. Robert Weber machte es auf der anderen Seite besser und der wiedergenesene Marco Oneto legte in der 15. Minute das 7:3 nach.

Doch statt den Vorsprung auszubauen, schlichen sich bei den Grün-Roten nun mehr Fehler ins Angriffsspiel ein und stieg vorn die Zahl der Fehlwürfe. Über 8:4, 10:6, 12:8 (viel umjubeltes Tor von Youngster Max Janke!) und 13:9 blieb der SCM klar in Führung. Doch kurz vor der Halbzeit konnten sich die Gäste steigern und kamen bis auf ein Tor heran (13:12). Neben dem stark aufspielenden Kent-Robin Tönnesen hatte daran auch ein zunehmend stärker werdenden Andreas Wolff im Gästetor erheblichen Anteil. Nur das neuerliche 7-Meter-Tor von Robert Weber zum 14:12 sicherte in der Schlusssekunde die scheinbar sichere Halbzeitführung.

Gäste-Coach Kai Wandschneider gelang es, sein Team in der zweiten Halbzeit besser einzustellen. Innerhalb von 40 Sekunden holte Wetzlar den Rückstand auf und konnte durch Tore von Balic und Reichmann zum 14:14 ausgleichen. Nun entwickelte sich eine Zitterpartie, in der Jure Natek mit 3 Toren den SC Magdeburg drei Mal in Führung bringen konnte. Doch Wetzlar ließ sich nicht abschütteln, Harmandic traf zur ersten Führung (18:19) und konnte diese durch Tönnesen auf 18:20 ausbauen. Frank Carstens reagierte mit der Auszeit, brachte nun wieder Gerrie Eijlers für den weithin glücklosen Dario Quenstedt. Aber sein Team lief sich immer wieder in der aufmerksamen Wetzlarer Deckung fest. Und nach einem verwandelten Strafwurf von Tönnesen hieß es zwölf Minuten vor dem Schluss sogar 20:24. Das Spiel schien gelaufen, auch auf den Zuschauerrängen machte sich Resignation breit.

Doch nun beherzten unsere Grün-Roten den Ruf aus dem Fanblock: „Kämpfen und siegen!“ Zunächst kämpfte sich Youngster Max Janke durch die Wetzlarer Deckung und holte einen 7-Meter heraus, den Robert Weber sicher verwandelte. Auf der andern Seite parierte Gerrie Eijlers, während Stefan Kneer zum 22:24 einnetzen konnte. Nun hatte das Team von Frank Carstens auch wieder die lautstarke Unterstützung der Fans. Kai Wandschneider reagierte mit Team-Time-out. Doch erneut holte Max Janke einen 7-Meter heraus, der von Robert Weber verwandelt wurde (23:24). Doch die Nerven der SCM-Fans wurden nun arg strapaziert: erst anderthalb Minuten vor Spielende gelang Jure Natek der Ausgleichstreffer zum 27:27. Endlich tobte auch die Halle! Hoffnung machte sich breit, dass die Hausherren das Spiel doch noch zu ihren Gunsten drehen könnten. Erneut nahmen die Gäste eine Auszeit – und Jens Tiedtke traf zum 28:27. Den Grün-Roten blieben noch gut 40 Sekunden, um zumindest einen Punkt zu sichern. Doch offenbar fehlte den SCM-Profis der Mut zum finalen Wurf. Die Sekunden verstrichen. Mit 2-3 wenig überzeugenden Versuchen liefen sich Haaß & Co. in der Wetzlarer Deckung fest, so dass es die Gäste waren, die nach der Schlusssirene zwei unerwartete Punkte bejubeln konnten.

Thomas Nawrath

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