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Carstens "beurlaubt" - Jungandreas neuer Coach

Trainer Carstens hat den SCM verlassen. Trainer Carstens hat den SCM verlassen. Thomas Nawrath

"Die Personalentscheidung war alternativlos", bestätigte SCM-Manager Marc-Henrik Schmedt am Dienstag vor der Presse das Ende der Ära von Chefcoach Frank Carstens und Co-Trainer Dirk Pauling. Bis zum Ende der Saison wurde mit dem Leipziger Uwe Jungandreas ein erfahrener Ost-Trainer verpflichtet, der dem Team wieder Spaß am Handball und den Erfolg im Spiel vermitteln soll. Erste Aufgabe sei es, dass "die Köpfe wieder nach oben gehen" und am Wochenende die Punkte aus Balingen mit nach Hause gebracht werden, so der neue Coach, der bereits am Dienstag-Nachmittag die erste Trainingseinheit leitete.

Nach den bisweilen unbefriedigenden Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit waren die Grün-Roten auf einen Mittelfeldplatz in der Liga zurückgefallen. Dennoch steht das Team aktuell nur zwei Punkte hinter Platz 6, der ggf. zur Teilnahme am EHF-Cup berechtigt. Auf Nachfrage bestätigte Schmedt: "Wir wollen um den 5./6. Platz kämpfen, das ist doch keine Frage!" 

Management und Aufsichtsgremien seien nach den letzten Spielen zur Entscheidung gelangt, "Frank Carstens mit sofortiger Wirkung zu beurlauben", so Schmedt. Das habe nicht nur an dem desaströsen Auftritt des Teams (und sicher auch den lautstarken "Carstens raus"-Rufen von den Rängen) gelegen. Vielmehr habe es bereits zuvor Probleme gegeben, wie in den Spielen bei Hannover und Zuhause gegen Lemgo und Wetzlar zu beobachten. "Wir laufen unseren Erwartungen hinterher", doch dürfe man bei einer Bewertung der aktuellen Situation auch nicht "die schier unendliche Verletzungsmisere" vergessen, "die Frank Carstens Arbeit ohne Zweifel erschwert hat." Jedoch sei mittlerweile "eine gravierende Verunsicherung im Team offensichtlich", so Schmedt. Deshalb war eine kurzfristige Lösung noch vor der Winterpause notwendig.

Nun will der SCM zweigleisig fahren: Bis Ende Juni 2014 leitet Uwe Jungandreas als Chefcoach das Training der Bundesligamannschaft. Zugleich wird möglichst bis zum Ende der Europameisterschaft im Januar ein Trainer für die nächsten Spielzeiten gesucht. Denkbar sei jemand mit grün-rotem Stallgeruch oder zumindest ein Coach mit Bundesliga-Erfahrung. Schmedt bestätigte, dass bereits seit 2-3 Wochen erste Gespräche geführt würden.

Uwe Jungandreas, der im Mai beim Zweitligisten SC DHfK Leipzig beurlaubt worden war, sprach von einer großen Ehre, nun den SC Magdeburg trainieren zu dürfen. "Was gibt es Größeres für einen Handballtrainer aus dem Osten, als den SC Magdeburg zu trainieren?! Da hab ich natürlich gern zugesagt." Doch der 51-Jährige zeigte sich keineswegs blauäugig. So hatte er die jüngsten Spiele - neben dem Überraschungscoup gegen Kiel eben auch die schmerzhaften Niederlagen des SCM - per Video angesehen. "Ich weiß, wie schwierig die Aufgabe ist. Aber sie ist natürlich auch zeizvoll." Ihm zur Seite könnte Steffen Stiebler oder sogar ein aktiver Spieler als Co-Trainer mit auf der bank sitzen, stellte Mananger Schmedt in Aussicht.

Zunächst gelte es, das Team auf das schwere Auswärtsspiel bei Balingen-Weilstetten einzustellen. Dann kommt das Spiel an der Flensburger Förde. Da werde es natürlich keine großen Veränderungen geben können, so Jungandreas. Doch er hoffe, dass die Köpfe wieder nach oben gehen und die Mannschaft wieder enger zusammen steht. Der nächste Schritt ist die Vorbereitung auf die Rückserie während der EM-Pause - mit der Reintegration der dann hoffentlich wieder genesenen Verletzten. Und im dritten Schritt geht es um die möglichst erfolgreiche Gestaltung der 14 Spiele, darunter 8 Auswärtspiele.

Bei den YoungsterS, die nach der Heimniederlage am Wochenende bereits in der Winterpause sind, wird nach einer dauerhaften Trainerlösung gesucht. Ob dabei an SCM-Nachwuchskoordinator Bennet Wiegert gedacht sei, wollte schmedt nicht bestätigen.

 

Thomas Nawrath

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